BAföG digital
Mit „BAföG Digital“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung der Studienförderung gemacht.

Studierende können ihren BAföG-Antrag nun online stellen – bequem, ortsunabhängig und ohne Papierstapel. Auf den ersten Blick ein klarer Gewinn – auch für die Umwelt.
Denn: Der digitale Antragsprozess spart Papier, Druckertinte, Portokosten und Transportemissionen. Jährlich werden tausende BAföG-Anträge gestellt – wenn diese statt auf Papier digital bearbeitet werden, bedeutet das eine erhebliche Ressourcenschonung. Zudem ermöglicht das Online-Verfahren eine effizientere Bearbeitung, was auch unnötige Wiederholungen und Nachfragen reduzieren kann – ein weiterer Pluspunkt für Nachhaltigkeit im Verwaltungshandeln.
Darüber hinaus ist BAföG Digital ein Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit: Der einfachere Zugang kann Hürden für junge Menschen abbauen, die sich vom bürokratischen Aufwand eines Papier-Antrags abschrecken lassen – und so zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen.
Allerdings gibt es auch kritische Aspekte: Die technische Umsetzung ist nicht in allen Bundesländern reibungslos. Unterschiede in der Benutzerfreundlichkeit, fehleranfällige Uploads und unklare Zwischenspeicherungen führen mitunter dazu, dass Antragstellende Dokumente doch wieder ausdrucken, einscannen oder postalisch nachreichen müssen. Das schmälert den Nachhaltigkeitsvorteil und erzeugt im schlimmsten Fall sogar einen höheren digitalen Fußabdruck – etwa durch wiederholte Datenübertragungen oder längere Bearbeitungszeiten.
Hinzu kommt: Der ökologische Vorteil von Digitalisierung hängt stark davon ab, wie nachhaltig die genutzte IT-Infrastruktur betrieben wird. Serverfarmen, Cloud-Speicher und Rechenzentren verbrauchen Energie – oft mehr, als man denkt. Damit BAföG Digital wirklich „grün“ ist, müssten auch diese Systeme mit erneuerbarer Energie betrieben und möglichst ressourcenschonend gestaltet werden.
BAföG Digital ist ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Verwaltung. Es spart Ressourcen, erleichtert den Zugang und macht die Förderung moderner. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, braucht es jedoch weitere Verbesserungen in der Nutzerführung und eine konsequente Ausrichtung auf ökologische IT. Dann kann der digitale Antrag nicht nur sozial, sondern auch ökologisch ein echter Fortschritt sein.